Handaufzucht

Habt ihr Mäusekinder gefunden oder nimmt die Mäusemama ihre Babys nicht an? Dann bleibt nichts anderes übrig als per Hand aufzuziehen.

 

Das richtige Rezept:

1 Teelöffel Katzenaufzuchtsmilchpulver (KEINE Milch für erwachsene Katzen)

2-3 Teelöffel Fencheltee

bei Verdauungsproblemen ggf. 2 Tropfen Sab Simplex

nach Bedarf 1 Tropfen Vitamine, nach Absprache mit dem Tierarzt

 

Nach jeder Mahlzeit müssen den Babys die Bäuche gerieben werden, damit sie Kot und Urin absetzen können. Das macht sonst die Mäusemama. Wenn man das vergisst, können die Babys auch nichts absetzen und es kann zu Verstopfung und Blähungen kommen. Ebenso dürfen die Babys nicht auskühlen. Da hilft eine Wärmflasche sehr gut, weil sich die Wärme damit gut regulieren lässt. Je nach dem was das Baby lieber hat, kann es sich an die Wärmflasche ankuscheln oder auf Abstand gehen. Bitte keine Watte/Hamsterwatte verwenden, weil die Babys sich darin Beine abschnüren und dann abreißen können.

 

Die ersten 13 Tage Die Fütterung sollte alle 30min bis zu min. alle 2 Stunden stattfinden - auch nachts. Dabei bitte jede Mahlzeit frisch zubereiten und die Fläschchen/Spritzen regelmäßig auskochen, damit sich keine Bakterien bilden können. Bei den ersten Fütterungen kann man glücklich sein, wenn ein Baby einen Tropfen aufnimmt. 0,1-0,3ml sind schon gute Mahlzeiten. Renmäuse können nicht erbrechen, weshalb lieber viele kleine Mahlzeiten, anstatt einer großen gegeben werden sollte. Für Handaufzuchten braucht man ein gutes Bauchgefühl, um ein Gespühr dafür zu entwickeln was dieses Baby braucht. Dazu möchte ich erwähnen: Jedes Baby ist anders und hat andere Ansprüche. 

Am Besten man passt sich dem Jungtier an und lässt sie solange trinken bis sie satt sind, hat aber ein Auge darauf nicht zu viel zu füttern. Wie oft und wie lange sie trinken wollen, muss man selbst herausfinden. Wenn sie nur wenig trinken, sollte die Anzahl der Mahlzeiten erhöht werden, um einer Dehydration vorzubeugen. Ab dem zweiten Tag sollte man eine Besserung vom Zustand sehen.

 

Ab dem Augen öffnen kann man handelsübliches Trockenfutter und Haferflocken anbieten, damit die Babys schon mal ein wenig daran herum knabbern können. Gleichzeitig kann man Wasser anbieten, aber man muss darauf achten das die Babys nicht hineinfallen können. Man kann jetzt alle 3 Stunden Milch füttern, dabei muss man aber darauf achten das man es nicht abrupt ändert, sondern darauf achtet was die Mäuse möchten. Wenn sie alle 2 Stunden weiterhin gefüttert werden möchten, sollte man bei 2 Stunden bleiben.

 

Nach 4 Wochen kann man eine nächtliche Pause von 6 Stunden machen. Da gilt aber dieselbe Regel wie eben, man muss auf die Mäuse achten. Jetzt fängt man an die Mäuse zu entwöhnen und auf festes Futter umzustellen. Dabei muss man sehr langsam vorgehen. Ich habe gute Erfahrung mit kleinen Saaten wie Hirse gemacht.

Um den Start zur Entwöhnung zu erleichtern, kann man anfangen aufgeweichte Haferflocken zu zufüttern oder getreidehaltigen Babybrei (Gläschen), wie z.B. Zwieback oder Haferflocken anzubieten.

 

Sonstige Beschwerden:

Gegen Blähungen hilft das Sab Simplex, welches man der Milch hinzufügen kann. Ebenso hilft der Fencheltee.

Wenn eine Maus Durchfall hat, KEINE Futterumstellung. Das macht alles nur noch schlimmer und der Darm kann sich noch schlechter beruhigen. Wenn eine Maus Durchfall hat, bedeutet das viel Flüssigkeitsverlust. Deswegen muss der Maus mehr Flüssigkeit gefüttert werden, indem sie mehr Mahlzeiten erhält.